Die Kunstmeile Hamburg ist eröffnet! Die Hamburger Kunsthalle, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, die Deichtorhallen Hamburg, das Bucerius Kunst Forum und der Kunstverein Hamburg haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam ihre Ausstellungen und Sammlungen zu bewerben. Mit dem Kunstmeilenpass, einer Wanderkarte, gemeinsamer Webseite und neuer Beflaggung der Kunstmeile wird auf das qualitätsvolle Angebot im Herzen der Innenstadt aufmerksam gemacht. Der Zusammenschluss der fünf Museen und Ausstellungshäuser stellt die bildende Kunst von der Antike bis zu den verschiedenen Facetten der Gegenwartskunst in den Fokus.
In Hamburg sind nur noch wenige historische Gebäude erhalten geblieben. Die meisten sind durch den großen Stadtbrand 1842 oder durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges zerstört worden. 1678 wurde in Hamburg das erste öffentliche Opernhaus Deutschlands eröffnet.
Ab Januar 2013 widmen sich in Hamburg gleich zwei Ausstellungen parallel dem Werk von Alberto Giacometti (1901–1966), einem der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Das Bucerius Kunst Forum stellt erstmals die Portraits Giacomettis in Bezug zu seinen berühmten anonymen Figuren. Die Hamburger Kunsthalle präsentiert als erstes Museum überhaupt Giacomettis wegweisende Idee der ‚Skulptur als Platz’.
26. Januar bis 20. Mai 2013 im Bucerius Kunst Forum
Für Giacometti steht der Mensch im Zentrum. In Skulpturen, Gemälden und Zeichnungen beharrt er auf der figurativen Darstellung. Er zeichnet und modelliert alle Menschen, die ihn umgeben: Familie und Freunde. In seinen Skulpturen lotet er die Grenze zwischen Wiedererkennbarkeit und Verallgemeinerung, zwischen Individualität und Typisierung aus. Die Ausstellung thematisiert diesen Übergang vom Portrait zur anonymen Figur. In seinen Bildnissen ringt Giacometti um die Erfassung der existentiellen Gegenwart des Menschen, die er als „intensive geballte Kraft“ erfährt.
Giacometti steht eng mit der existentialistischen Bewegung im Paris der Nachkriegszeit in Verbindung, portraitiert Freunde wie Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und Samuel Beckett. In seinen Portraits des literarisch-künstlerischen Kreises überträgt Giacometti die auf die subjektiven Erfahrungen des Menschen konzentrierten Ideen des Existentialismus in seine Kunst.
Die Ausstellung im Bucerius Kunst Forum widmet sich erstmals Giacomettis Portraitkunst vor dem historischen Hintergrund ihrer Entstehung und präsentiert Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen von den 1920er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1966. Die Portraits werden ergänzt durch Hauptwerke seiner anonymen Figuren – die Essenz seiner langjährigen Arbeit am Portrait. Ein wichtiger Teil der Leihgaben stammt aus der Familie Giacomettis. Diese Sammlung wird um Werke aus internationalen Museen ergänzt.
25. Januar bis 19. Mai 2013 in der Hamburger Kunsthalle
Die Hamburger Kunsthalle ermöglicht einen neuen Blick auf die Kunst Giacomettis: Erstmals in Deutschland werden die kaum bekannten surrealistischen Frühwerke zum Ausgangspunkt genommen und ihre Folgen mit Höhepunkten des berühmten Nachkriegswerks aufgezeigt. In den so genannten Spielbrettskulpturen, fragilen Unikaten aus Holz, Marmor und Gips der 1920er und 1930er Jahre, richtet Giacometti die Skulptur horizontal aus und entwickelt am Modell das bis in die heutige Kunst wirkende Konzept der ‚Skulptur als Platz’. Die Ausstellung verfolgt diese Idee über die bekannten überlängten Sammelskulpturen der Nachkriegszeit bis hin zum Spätwerk Giacomettis, mit den überlebensgroßen Figuren für seine Gestaltung eines Platzes in New York 1960. Durch sie werden die Räume der Galerie der Gegenwart zum Träger des zentralen Themas der Schau: zu ‚Spielfeldern’ für die Besucher selbst.
Erstmals wird in der Ausstellung zudem Giacomettis Pariser Atelier rekonstruiert. Denn auch dieses ist, wie teils unbekannte Gemälde, Zeichnungen und Photographien zeigen, Giacomettis ‚Spielfeld’. Es ist die Bühne des Bildhauers wie seiner Schöpfungen und wurde zu Recht zum Mythos.
Anhand von insgesamt rund 120 ausgewählten, zum Teil bislang kaum ausgeliehenen Holz-, Marmor-, Gips- und Bronzeskulpturen sowie Ölgemälden, Zeichnungen und Photographien aller Werkphasen aus internationalen Museen und Privatsammlungen wird die Spannweite und Aktualität von Giacomettis Kunst offenbar.
Ernst Barlach Haus Das 1962 eröffnete und von der Stiftung Hermann F. Reemtsma getragene Ernst Barlach Haus liegt im Jenischpark, einem der schönsten Landschaftsgärten Hamburgs. Der moderne, lichte Museumsbau beherbergt eine einzigartige Sammlung. Zahlreiche Hauptwerke des expressionistischen Bildhauers, Zeichners und Schriftstellers Ernst Barlach (1870–1938) sind hier zu sehen, darunter nahezu ein Drittel seiner kostbaren Holzskulpturen sowie Bronzen, Keramiken, Zeichnungen und Druckgrafiken. Wechselnde Sonderausstellungen ergänzen die Dauerausstellung.
Das etwas andere Theater Schmidt´s Tivoli auf dem Kiez.
Der Museumshafen Oevelgönne e.V. ist eine 1976 gegründete gemeinnützige private Vereinigung. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, ehemalige Berufsfahrzeuge (überwiegend aus der Zeit von 1880 bis 1930) zu restaurieren und in Fahrt zu halten. Sie waren im Hamburger Hafen und der norddeutschen Region unterwegs. Das Besondere, die Schiffe können gemietet werden.

