Am 20. Mai 2011 bringt das SHMF gemeinsam mit dem NDR Mahlers 8. Sinfonie – seine sogenannte »Sinfonie der Tausend« - in der O2 World Arena in Hamburg (Sylvesterallee 10) auf die Bühne. Christoph Eschenbach wird zwei großbesetzte Sinfonieorchester, drei gemischte Chöre - darunter der Schleswig-Holstein Festival Chor -, zwei Knabenchöre sowie acht namhafte Solostimmen durch das monumentale Mahler-Werk führen, über das Mahler einst sagte »Es ist das Größte, was ich bis jetzt gemacht habe … Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen und klingen beginnt.«
7. Juli - 26. August 2012: Schleswig-Holstein Musik Festival - Herausragende Künstler aus aller Welt sorgen für hochkarätigen Konzertgenuss in Herrenhäusern, Scheunen, Kirchen, Parks und Konzertsälen. Im Mittelpunkt des siebenwöchigen Festivals steht die Musiknation China (www.shmf.de).
Es sind insgesamt 131 Konzerte, zusätzlich fünf „Musikfeste auf dem Lande“ und zwei Kindermusikfeste, in 44 Spielorten an insgesamt 73 Spielstätten in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Teilen Dänemarks vorgesehen. In der Reihe „Spielraum Hamburg“ werden dabei in 14 Spielstätten 19 Konzerte und ein Musikfest veranstaltet. Es stehen rund 137.000 Eintrittskarten zur Verfügung.
Das NDR Sinfonieorchester rahmt auch in dieser Saison das Schleswig-Holstein Musik Festival mit den Eröffnungs- und Abschlusskonzerten ein. Die Festivaleröffnung in der Lübecker Musik- und Kongresshalle mit dem Geiger Leonidas Kavakos leitet am 9. und 10. Juli der russische Dirigent Semyon Bychkov. Christoph Eschenbach setzt dann sowohl in Lübeck (Abschlussvorkonzert am 27. August) als auch im Kieler Schloss (Abschlusskonzert am 28. August) den musikalischen Schlusspunkt (Solist: David Aaron Carpenter, Viola).
„Türkei schwarz-weiß“ richtet das Scheinwerferlicht auf Fazıl Says nicht weniger begnadete pianistischen Kollegen: die türkische Grande Dame des Klaviers Gülsin Onay, der exzellente Pianist Hüseyin Sermet und die Zwillingsschwestern des Ferhan und Ferzan Önder Piano Duos zeigen, was sich aus 88 (bzw. 172) Tasten alles herausholen lässt. Mal sanft poetisch, mal aufbrausend temperamentvoll – das Publikum darf gespannt sein auf die Tastenwunder vom Bosporus.
„Türkei kammermusikalisch“ lädt zu einem Streifzug durch die türkische Kammermusik vergangener Jahrhunderte und der musikalischen Moderne ein. Pianist Fazıl Say gibt sich mit dem Borusan Quartet und der Academy of St Martin in the Fields die (kammermusikalische) Ehre. Das Trio Parnassus lässt vier ganz verschiedene Morgenlandfantasien erklingen. Der junge Geiger Linus Roth stellt gemeinsam mit dem Stuttgarter Kammerorchester unter der Leitung von Wolfram Christ Werke der türkischen Komponisten Ulvi Cemal Erkin und Ahmed Adnan Saygun dem Publikum vor. Vittorio Ghielmi (Viola da Gamba) und Luca Pianca (Laute) widmen sich den mit Türkerien gespickten Charakterstücken und den orientalischen und exotischen Themen der französischen Gambenmeister des 18. Jahrhunderts.
„Türkei stimmgewaltig“ präsentiert den herausragenden Sängernachwuchs. Die beiden ersten Preisträger des renommierten türkischen Leyla-Gencer-Wettbewerbs, der in Istanbul seit 1995 zu Ehren der weltberühmten Opernsängerin Gencer (1928-2008) – auch „La Diva Turca“ genannt – ausgetragen wird, stellen sich vor. Den ersten Preis bekam jüngst die südafrikanische Sopranistin Pretty Yende, den zweiten Preis ersang sich der türkische Bariton Kartal Karagedik. Gemeinsam mit Zoryana Kushpler, Gewinnerin des Förderpreises der Walter und Charlotte Hamel Stiftung 2010, der NDR Radiophilharmonie und dem Dirigenten Łukasz Borowicz interpretieren die beiden ausgezeichneten Gesangstalente Arien von Rossini, Massenet, Saint-Saëns, Bizet, Meyerbeer und Delibes.
„Türkei literarisch“ wird es an den Abenden der Veranstaltungsreihe „Text und Musik“. Ob Literatur oder Oper, Maskenball bei Hof oder Janitscharenmusik im Prater – alles, was „à la Turque“ war, war zu Mozarts Zeiten der letzte Schrei. Die Schauspielerin Gudrun Landgrebe bringt uns diesen Mythos, der das klassische Wien in seinen Bann zog, näher. Liebesgedichte, die den Bogen vom Orient zum Okzident ziehen, hat Schauspieler Christian Brückner ausgesucht: vom persischen Mystiker Rumi und dem osmanischen Dichter Yunus Emre bis hin zu Goethe. Der „Meister der Freien Erzählkunst“, Parvis Mamnun, versetzt seine Besucher in eine Traumwelt à la „Tausendundeine Nacht“.
„Türkei etwas anders“ stellt türkische Crossover-Projekte in den Mittelpunkt. Das Kolektif İstanbul, die momentan populärste Band der pulsierenden Metropole, stattet Norddeutschland einen Besuch ab und gibt sogar ein Konzert auf der Hamburger Reeperbahn. Die junge Türkin DJ İpek ist laut Berliner Tagesspiegel „hippster DJ Europas“. Mit ihrem wilden Stilmix, den sie „Eklektik Berlinİstan“ nennt, unterstützt sie das Kolektif İstanbul. Darüber hinaus gibt sie einen Workshop für junge Nachwuchs-DJs. Die junge Sängerin Aynur, in der hauptsächlich von Kurden besiedelten anatolischen Provinz Tunceli geboren, verarbeitet ihren ethnischen Hintergrund eindrucksvoll in ihrer Musik. Vor allem in ihren Liebes- und Klageliedern bezaubert ihre faszinierende Stimme. Die Musik des aus einer türkischen Romafamilie stammenden Klarinettisten Selim Sesler ist stark beeinflusst von seinen Wurzeln und der türkischen Folklore. Mit seinem hochklassigen Ensemble gibt er sich im Rahmen des SHMF gleich bei vier Konzerten die Ehre.
„Türkei experimentell“ präsentiert im Rahmen der SHMF-Reihe „anbruch“ einen spannenden Streifzug durch die Neue Musik-Szene der Türkei. Das türkische Bilkent Ensemble interpretiert Werke junger Komponisten ihres Landes, allesamt in den 1970er Jahren geboren. Darüber hinaus würdigen die Musiker den 1991 verstorbenen Ahmed Adnan Saygun. Auch die türkische Geigerin Hande Özyürek huldigt diesem großen türkischen Komponisten mit ihrem Konzertabend „Face to Face with Saygun“.
Der Länderschwerpunkt Türkei wird am 16. Juli im Kieler Schloss vom Bilkent Symphony Orchestra unter dem Dirigat von Işın Metin mit Werken des bekannten türkischen Komponisten Ulvi Cemal Erkin und Nikolai Rimsky-Korssakoffs „Scheherazade“ eröffnet. Der musikalische Alleskönner Fazıl Say hat für das Konzert ein eigenes Werk komponiert: „Khayyam. Konzert für Klarinette und Orchester“. Die famose Klarinettistin Sabine Meyer wird es aus der Taufe heben.
„Türkei exemplarisch“ – genau das ist der türkische Künstler Fazıl Say. Das SHMF-Publikum kann ihn als Pianisten, Dirigenten und Komponisten erleben. Der Botschafter des interkulturellen Dialogs bewegt sich gekonnt zwischen Orient und Okzident und gestaltet diesen Sommer in verschiedensten Funktionen eine Vielzahl von Projekten. Ob als Pianist mit dem Borusan Quartet oder als Komponist zahlreicher Stücke, darunter auch eines Werkes, das Say eigens für das SHMF 2011 komponiert und dem Schlagzeugstar Martin Grubinger und dem Ferhan und Ferzan Önder Piano Duo auf den Leib geschneidert hat.
„Türkei sehnsüchtig“ nimmt das Publikum mit auf eine Reise in den Nordosten der Türkei. Der Gitarrist Marc Sinan, Sohn einer türkisch-armenischen Mutter und eines deutschen Vaters, machte sich gemeinsam mit Markus Rindt, Intendant der Dresdner Sinfoniker, auf eine anatolische Reise und zeichnete die Gesänge und Tänze der Einheimischen auf: Sänger in Kneipen, in Dörfern und zu Hause. Das Ergebnis ist die Konzertinstallation „Hasretim – Eine anatolische Reise“, die sich zwischen den originalen Film- und Tonaufnahmen, die als Videoprojektion zu sehen sind, und der Live-Musik des Ensembles – zusammengesetzt aus dem Solistenensemble der Dresdner Sinfoniker sowie türkischen und armenischen Musikern – bewegt.
„Türkei dramatisch“ heißt es, wenn die kleine Schwester von Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ auf die Kieler Opernbühne gebracht wird: Aus dem Fragment „Zaide“ – 296 Seiten Notenpapier mit fünfzehn in zwei Akte gegliederten Nummern, rund 70 Minuten Musik ohne Titel, ohne Ouvertüre, ohne Dialoge, ohne Finale, ohne Libretto – machen der Designer und Bühnenbildner Peter Schmidt, der Kieler Generalintendant Daniel Karasek sowie das Schleswig-Holstein Festival Kammerorchester, Solisten wie u.a. Agata Wilewska (Zaide), Thomas Blondelle (Gomatz) und Paul Armin Edelmann (Allazim) unter der Leitung von Leopold Hager eine spannende Geschichte von Liebe und Abenteuern im Milieu des prächtigen und grausamen Orients.
„Türkei spirituell“ stellt das Verbindende dreier Religionen in den Vordergrund. Das Ensemble Sarband bringt gemeinsam mit den Sängerinnen und Sängern des Schleswig-Holstein Festival Chors Lübeck Psalmenvertonungen aus dem ausgehenden 16. und dem 17. Jahrhundert zu Gehör, die aus der Feder eines Juden, zweier Christen sowie eines Muslim stammen. Mit ihrem Programm „Sacred Bridges“ betreten die Musiker Brücken zwischen Völkern, Religionen und Menschen, die leider oft genug unbegehbar erscheinen. Diese Reise durch die musikalische Welt dreier Kulturkreise wird von zwei tanzenden Derwischen eindrucksvoll abgerundet.
„Türkei verfilmt“ zeigt George Fitzmaurices US-Stummfilm „The Son of the Sheik“. Dem dort dargestellten, künstlichen und von der westlichen Kultur geschaffenen Bild des Orients hält das Ensemble Sarband einen akustischen Spiegel vor. Mit den türkischen Instrumenten wie der Ney, dem Kanun, der Kemençe, der Keman und der Ud wird dem amerikanischen Orientbild auf der Leinwand die Realität orientalischer Musik gegenübergestellt.
„Türkei sinfonisch“ wird es, wenn das bedeutende Sinfonieorchester der Türkei, das Bilkent Symphony Orchestra, unter der Leitung von Işın Metin den diesjährigen Länderschwerpunkt eröffnet. Das Orchester ging aus der Bilkent Sinfonietta hervor, die 1993 an der Fakultät für Kunst und Musik der Bilkent Üniversitesi in Ankara gegründet wurde. Im Gepäck haben die Musiker Werke von Ulvi Cemal Erkin und Fazıl Say.
Schleswig-Holstein Musik Festival:
Die „Musikfeste auf dem Lande“ 2011
Auch in diesem Jahr bietet das Schleswig-Holstein Musik Festival mit den „Musikfesten auf dem Lande“ allen Musikfreunden an fünf Wochenenden das etwas andere Konzerterlebnis. Anders als bei einem abendlichen Konzert bestechen die Musikfeste durch das perfekte Miteinander von herrlichem Ambiente und abwechslungsreichen Konzertprogrammen. Angereichert mit entspannenden Picknickpausen können Musikliebhaber mit Freunden und Familie den ganzen Tag Kultur und Natur pur genießen.
Ob „müzik parti“, „Tierisch musikalisch“ oder „Unter freiem Himmel“ ob Klassisches, Romantisches, Gipsy Swing oder Jazz, bei den fünf „Musikfesten auf dem Lande“ mit ihren jeweils 8 Konzerten ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Sei es eine Obsthalle, eine Reithalle, ein Kuhstall, eine Scheune oder Holzhalle – auch die wunderschönen Spielstätten stellen in ihrer Einzigartigkeit den Besucher vor die Qual der Wahl. Vom 16. Juli bis zum 14. August heißen Stocksee, Emkendorf, Hamburg-Marmstorf, Wotersen und Pronstorf die Besucher willkommen, um – umrahmt von viel Musik – ein ganz besonderes Wochenende zu verbringen.
Nicht nur die musikalischen Epochen und Stile bieten viel Abwechslungsreiches, auch die auftretenden Künstler bilden einen bunten Reigen aus hochkarätigen Stars des Hauptprogramms und großartigen jungen Talenten, die sich auf der Karriereleiter auf dem Weg nach oben befinden.
Traditionell werden die kleinen Konzertbesucher musikalisch betreut, während die Erwachsenen das Konzert genießen. Die Kindermusikwerkstatt begeistert seit Jahren den Nachwuchs mit ihrer besonderen spielerischen Art, die Kinder an die Musik heran zu führen, an jedem Wochenende in den Konzertblöcken A, C und D.
Zwei Uraufführungen sind an dem ersten Musikfestwochenende zu erleben. Das Hyperion-Trio eröffnet die „müzik parti“ mit dem eigens für dieses Klaviertrio komponierten „Alla-Turca-Rap“ des Isländers Atli Heimir Sveinsson. Der türkische Komponist Mert Karabey beschreibt in seinem Werk für die Oslo Kammerakedemi „The last days of Sultan Selim III“. Neben Werken für Bläserensemble und Klavier mit Berlin Counterpoint spielt die türkische Pianistin Zeynep Özsuca die Sonatine von Saygun. Am Samstag Abend präsentiert Mario Rispo und seine Band die Goldenen Lieder Istanbuls. Der Hamburger hat sich in den letzten Jahren zu einem gefeierten Könner des türkischen Liedguts entwickelt. Den Sonntag beginnt der junge türkische Cellist Dorukhan Doruk und spielt, begleitet von Rudolfs Vanks, Werke u.a. von Saygun, Schumann und Debussy. In zwei Programmen werden der junge Tenor Julian Prégardien gemeinsam mit seinem Pianisten Götz Payer Lieder von Franz Liszt und Zeitgenossen präsentieren. Zu Ende geht die „müzik parti“ am Sonntag Abend mit der türkischen Sängerin Meriç Yurdatapan und ihrer Band mit Liedern aus dem „Great Turkish Songbook“.
Der Musikalische Nachschlag am Samstagabend gehört mittlerweile dazu wie die Kindermusikwerkstatt oder das Picknick. Direkt im Anschluss an das letzte Konzert bei Gesprächen und Live-Musik in der Musikfestgastronomie können Publikum, Musiker und Festivalmitarbeiter den Musikfesttag auch in diesem Sommer entspannt ausklingen lassen.
Ebenfalls schon Tradition hat die Produktion der NDR Kultur Sendung „Klassik à la carte“ bei den Musikfesten: In Emkendorf wird der Pianist Martin Stadtfeld Rede und Antwort stehen. Zudem wird er Auszüge aus seinem Festivalprogramm mit Werken von Rachmaninoff und Wagner/Liszt spielen.
Musikfest in Stocksee zum Länderschwerpunkt Türkei:
„müzik parti“
Traditionell widmet sich das Musikfest in Stocksee dem Länderschwerpunkt des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Die Türkei bietet eine Vielfalt von großartiger Musik und hervorragenden Musikern aller Stilrichtungen. In Stocksee am 16. und 17. Juli werden unter dem Motto „müzik parti“ viele Facetten der türkischen und der türkisch inspirierten Musik von der Sonatine bis zu den Liedern Istanbuls dargeboten.
Umgeben von üppigen Obstplantagen und einer Parkanlage mit neoklassizistischem Herrenhaus, Teichen und jahrhundertealten Bäumen wird auf Gut Stockseehof türkische Musiktradition von verschiedenen Seiten beleuchtet. Türkische Künstler werden zu Gast sein, um bei uns weniger bekannte Komponisten zu präsentieren. Zudem wird natürlich Franz Liszt anlässlich seines 200. Geburtstags besondere Aufmerksamkeit gewidmet.
Musikfest in Emkendorf: „Tierisch musikalisch“
Für eingefleischte Musikfestfans ist das zwischen Kiel und Rendsburg gelegene Emkendorf das Mekka der „Musikfeste auf dem Lande“. Kein Wunder: Das in einen riesigen englischen Park eingebettete Gut mit seinem frühklassizistischen Herrenhaus und der als Konzertsaal dienenden Scheune mit der beeindruckenden Balkenkonstruktion ist bestens geeignet für ein Fest für alle Sinne. Unter dem Motto „Tierisch musikalisch“ werden nicht nur Ausflüge in das musikalische Tierreich gemacht, sondern es wird auch dem instrumentalen und vokalen Virtuosentum eine Plattform geboten.
In der eindrucksvollen Scheune stellen am 23. und 24. Juli zu Beginn und Ende des Musikfestes zwei junge Pianisten aus dem Hauptprogramm ihr Virtuosentum unter Beweis. Martin Stadtfeld eröffnet das Programm am Samstag und wird bei der NDR Kultur-Sendung „Klassik à la carte“ Rede und Antwort stehen. Zudem wird er Werke Rachmaninoff und Liszt/Wagner spielen. Florian Uhlig ist am Sonntag Abend mit Bearbeitungen von Franz Liszt zu erleben.
Das Trio Simpl und das Trio für Klarinette, Viola und Klavier mit Sofija Molchonova, Wen Xiao Zheng und Elena Rachelis folgen mit Werken von Beethoven und Bruch in zwei unterschiedlichen Triobesetzungen. Diese beiden Trios vereinigen sich am Sonntag Abend und beschließen in unterschiedlichen Kammermusikbesetzungen mit Werken von Brahms, Mahler und Prokoffief das Wochenende.
Der Samstag Abend wird durch die achtköpfige Trombone Unit eingeläutet und geht mit dem schwungvollen Programm der belgischen A-cappella Gruppe Voice Male zu Ende. 2009 gewann der junge Cellist Valentin Radutiu den Preis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft und ist mit seinem Pianisten Per Rundberg erstmals bei den Musikfesten zu Gast. Ebenfalls vielfach ausgezeichnet ist das Duo Daniel und Anton Gerzenberg, das den „Karneval der Tiere“ in der Klavierfassung zu vier Händen zum Leben erweckt.
Musikfest in Hamburg-Marmstorf „Sommer(nachts)traum“
Das Musikfest in der fantastischen Baumschule Lorenz von Ehren im Süden Hamburgs ist mittlerweile ein Renner. Das umfangreiche Gelände, das nicht nur die Herzen von Gartenfreunden höher schlagen lässt, lädt in den Pausen zum Lustwandeln ein, und manch einer lässt sich vielleicht für die Gestaltung des heimischen Gartens inspirieren. In den großen Pausen kann sich das Publikum durch die sogenannten „Quartiere“ fahren lassen. Die große Halle, in der sonst Pflanzen sortiert und versandfertig gemacht werden, wandelt sich in diesem Sommer zum perfekten Konzertsaal, der sich durch eine ausnehmend gute Akustik auszeichnet. Das Musikfest am 6. und 7. August entführt das Publikum in einen musikalischen „Sommer(nachts)traum“.
Einen Abstecher aus dem Hauptprogramm macht das Elbipolis Barockorchester Hamburg mit Werken von Händel, Scarlatti und Corelli. Mit sommerlichen Liedern aus Irland wartet die Gruppe White Raven um die Sängerin Kathleen Dineen auf. Nach der Pause ist das Ensemble Octoplus zu erleben, angeführt von der Geigerin Isabelle van Keulen, die u.a. „Till Eulenspiegel einmal anders!“ zu Gehör bringen. Der Abend klingt aus mit dem Cello8ctett Amsterdam und heißen Latino-Rhythmen im Streichersound. Der Sonntag Morgen beginnt mit einem rhythmischen Feuerwerk mit dem vielfach ausgezeichneten Schlagzeug-Duo Reichl/Fleckenstein. Das Klaviertrio Sara Christian, Konstanze von Gutzeit und Sonia Achkhar, das ebenso wie die beiden Schlagzeuger von der Deutschen Stiftung Musikleben gefördert wird, spielt neben dem Notturno von Schubert das wunderbare „Dumky-Trio“ von Dvořák. Eine ganz ungewöhnliche Besetzung präsentiert sich im Nachmittagsprogramm: Tuba und Harfe! Andreas Mildner und Andreas Hofmair können sämtliche Vorbehalte gegen beide Instrumente mühelos zerstreuen. Mit dem nötigen Groove geht das Musikfest mit dem Streichquartett Hot Club of St.Pauli beschwingt zu Ende.
Das Musikfest in Wotersen: „Unter freiem Himmel“
In Wotersen findet das Musikfest am 30. und 31. Juli seit langen Jahren wieder einmal im wunderschönen Schlosspark „Unter freiem Himmel“ statt. Unabhängig von den Witterungsbedingungen gibt es an diesem Wochenende Open-air-Konzerte auf der Bühne hinter dem Schloss, das Teil der wunderschönen Gutsanlage ist, die als Kulisse für die Fernsehserie „Das Erbe der Guldenburgs“ große Bekanntheit erlangte. Der malerische Park von Wotersen ist an diesem Wochenende exklusiv für die Musikfeste-Besucher geöffnet.
Zarte Harfenklänge eröffnen das Musikfest mit dem Duo Feodora-Johanna Gabler und Kirsten Ecke. Beschwingt geht es weiter mit dem Ensemble Prisma und Bearbeitungen von Johann Strauß‘ „Fledemaus“ und Mendelssohn-Bartholdys „Sommernachtstraum“ für Bläsernonett. Am Abend folgen üppige Streicherklänge von Boccherini und Verdi mit dem Stradivari-Quartett, bevor Wawau Adler und sein Quarttett das Publikum mit Gipsy Swing entspannt in die Nacht entlassen. Den rhythmischen Weckruf gibt es am Sonntag vom Schlagzeug-Duo Higler/Löffler, das 2009 den Förderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe gewann. Anschließend erklingt ein buntgemischtes Programm mit der Blechbläserformation 10forBrass. Den letzten Block beginnt Benedict Klöckner, der mit seinem Cello u.a. mit Casals „Vogelgesängen“ Zwiesprache mit den Parkbewohnern halten wird. Zum Schluss entführt Claudia Carbo gemeinsam mit ihren beiden Gitarristen die Zuhörer in die Welt des Jazz.
Musikfest in Pronstorf: „Ausgezeichnete Jugend“
Auch in diesem Jahr wird auf Gut Pronstorf der Förderpreis der Sparkassen-Finanzgruppe verliehen. Erste Preisträger des Bundeswettbewerbs „Jugend Musiziert“ werden Anfang Juni ausgewählt und zum Musikfest eingeladen, um sich die Gunst der Jury und des Publikums zu erspielen. Der von der Sparkassen-Finanzgruppe gestiftete Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, zusätzlich wird ein Publikumspreis in Höhe von 500 Euro vergeben. Im Anschluss an die Vorspielrunde präsentieren sich sowohl der frisch-gekürte Preisträger, als auch die Förderpreisträger 2010, das Klavierquintett Stepp/Stepp/Stuart/ Constien/Brauß. Viele weitere Preisträger sind am 13. und 14. August in Pronstorf zu erleben.
Am Samstag Abend spielt die junge armenische Pianistin Nareh Arghamanyan, die in ihrem Programm auch dem goßen Jubilar Franz Liszt huldigt. Das Hamburger Musikcomedy-Trio Bidla Buh zeigt ein „Best of…“ ihres Programms und entlässt das abendliche Publikum mit einem Lachen nach Hause. Das Klaviertrio mit Franziska Hölscher, Julian Arp und Caspar Frantz beginnt den Sonntag mit Schumann und Debussy. Anschließend spielt der junge japanische Geiger Fumiaki Miura, der 2009 den weltweit höchstdotierten Violinwettbewerb in Hannover gewinnen konnte. Gemeinsam mit Katharina Sellheim spielt er Werke von Strawinsky und Beethoven.
Der bekannte türkische Pianist und Komponist Fazil Say hat einen Liedzyklus für das junge Liedduo Annelie Sophie Müller und Elif Sahin-Nesweda komponiert, den die beiden beim Musikfest uraufführen. Beide gewannen im vergangenen Jahr den renommierten Hugo-Wolff-Wettbewerb in Stuttgart. Zum Abschluss ist die Viola virtuos zu hören mit der großartigen jungen Bratscherin Barbara Buntrock, vielfache Bundespreiträgerin von „Jugend Musiziert“ und Preisträgerin des ARD-Wettbewerbs und seit langem gefördert von der Deutschen Stiftung Musikleben. Mit ihrem Pianisten Daniel Heide spielt sie u.a. ein Werk des Leonard Bernstein Award-Trägers 2010, Kit Armstrong.
16./17. Juli: Stocksee „müzik parti“ 23./24. Juli: Emkendorf „Tierisch musikalisch“
30./31. Juli: Wotersen „Unter freiem Himmel“
6./7. August: Hamburg-Marmstorf „Sommer(nachts)traum“
13./14. August: Pronstorf „Ausgezeichnete Jugend“
An jedem Musikfest-Wochenende gibt es vier Konzertblöcke mit je zwei einstündigen Konzerten:
Samstag
Programm A (13.00 Uhr-16.00 Uhr) Eintritt € 20,- / erm. € 10,-
Programm B (18.00 Uhr-21.00 Uhr) Eintritt € 20,- / erm. € 10,-
Sonntag
Programm C (11.00 Uhr-14.00 Uhr) Eintritt € 20,- / erm. € 10,-
Programm D (16.00 Uhr-19.00 Uhr) Eintritt € 20,- / erm. € 10,-
Tageskarten AB und CD Eintritt € 36,- / erm. € 18,-
Karten sind über die SHMF-Kartenzentrale erhältlich: Postfach 3840, 24037 Kiel, Tel. 0431-23 70 70, Fax: 0431-23 70 711, E-Mail: bestellung@shmf.de, www.shmf.de
ab sofort möglich
Kartenzentrale des SHMF
Postfach 3840, 24037 Kiel
Fax: 0431-23 70 711
bestellung@shmf.de
www.shmf.de
Schleswig-Holstein Musik Festival,
Palais Rantzau, Parade 1,
23552 Lübeck,
Tel.: 0451-38957-0, www.shmf.de
beginnen am 11. April 2011.
Gastspiele internationaler Stars – unter anderem von Anne-Sophie Mutter, den King’s Singers, Sol Gabetta, Philippe Jaroussky, Sabine Meyer, Grigory Sokolov, Waltraud Meier, Viktoria Mullova, Pinchas Zukerman, Martin Stadtfeld, Christian Zaccharias, Leonidas Kavakos und Paul McCreesh – runden den Länderschwerpunkt ab. Außerdem öffnet sich der Vorhang für zahlreiche Jungstars, etwa für die Geiger Ray Chen, Patricia Kopatchinskaja, Serge Zimmermann und Linus Roth sowie für die Cellisten Mischa Meyer und Julian Steckel. Durch besondere Auszeichnungen gefördert werden der Komponist Markus Lehmann-Horn (Paul Hindemith-Preis, mit 20.000 Euro dotiert), der Bratschist David Aaron Carpenter (Leonard Bernstein Award, gestiftet von der Sparkassen-Finanzgruppe, mit 10.000 Euro dotiert) und die Altistin Wiebke Lehmkuhl (Förderpreis der Walter und Charlotte Hamel Stiftung, mit 10.000 Euro dotiert).
Schlagzeug-Marathon: Der Paul Hindemith-Preis 2011 geht an den Münchner Komponisten Markus Lehmann-Horn
Der „Marathon-Trommler“ (Die Zeit) Martin Grubinger wird in diesem Jahr den Preisträger des begehrten Paul Hindemith-Preises präsentieren. Erstmals in der 22-jährigen Geschichte des mit 20.000 Euro dotierten Preises hat das SHMF einen Kompositionswettbewerb ausgeschrieben. Rund 20 Nachwuchskomponisten haben sich beteiligt, das Rennen hat der 1977 in München geborene Markus Lehmann-Horn gemacht. Sein Schlagzeug-Konzert „Rot…“ wird nun von Martin Grubinger, der auch in der Jury saß, uraufgeführt.
Über sein Werk sagt Markus Lehmann-Horn: „Das Stück ‚Rot…‘ ist kein ‚Schlagzeugkonzert‘ im traditionellen Sinn. Mein Ziel war es, nicht nur virtuose Konzertmusik zu schreiben, in der die verschiedenen Instrumente des Solisten der Reihe nach ‚vorgeführt‘ werden, sondern ich wollte eine Musik schaffen, die eine zwingende Dramaturgie und musikalische Idee jenseits des Konzertgedankens besitzt, dabei aber voll und ganz die Eigenschaften und die Virtuosität des Schlagzeuges fordert. Dabei war mir vor allem der kompositorische Umgang mit dem Phänomen Energie wichtig, weiterhin auch die klanglichen Möglichkeiten der verschiedenen Percussions-Instrumente auszuschöpfen.“
Dass Martin Grubinger wie ein „Zehnkämpfer“ (FAZ) trommelt, hat er im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals vor allem bei seinem legendären Schlagzeug-Marathon 2008 in der Lübecker Musik- und Kongresshalle bewiesen – ein vierstündiges Mammut-Programm, das die Grenzen bisher dagewesener Konzertkonventionen sprengte.
Die Verleihung des diesjährigen Paul Hindemith-Preises in der Lübecker Musik- und Kongresshalle, so viel ist gewiss, wird ein solcher Abend der Superlative werden. Ein Abend, in dem Grubinger auf musikalisch aufregende und menschlich charmante Weise seinem Publikum zeitgenössische Musik in einer, wie er sagt, „sehr intensiven Dosis“ näher bringt. Neben dem Werk von Lehmann-Horn wird Grubinger außerdem Schlagzeug-Konzerte von Friedrich Cerha, Bruno Hartl, H. K. Gruber und John Corigliano aufführen. Begleitet wird er dabei vom Schleswig-Holstein Festival Orchester unter der Leitung von John Axelrod. (21.8. Lübeck)
Für Markus Lehmann-Horn bedeutet Musik „nicht rationale Information, sondern sinnliche Kommunikation“. Der Komponist wurde 1977 in München geboren. Ab 1984 erhielt er Klavierunterricht, daneben Gitarrenunterricht bei Gulaab; ab 1992 setzte er seinen Gitarrenunterricht bei Abi von Reininghaus und Gunnar Geiße in München sowie bei Michael Arlt in Würzburg fort. Ab 2000 nahm er Kompositionsunterricht bei Tobias PM Schneid (Neuburg a.d. Donau). Von 2003 bis 2007 studierte er Komposition für Film und Fernsehen an der Hochschule für Musik und Theater München. Im Herbst 2007 begann er die Meisterklasse im Fach Komposition bei Heinz Winbeck in Würzburg. Er bekam Kompositionsaufträge im Konzertbereich u.a. für die Münchner Opern-Festspiele (2003), die Bayerische Akademie der Schönen Künste (2008), die Kasseler Musiktage (2009), das Siemens Arts Program (2008) und das A•DEvantgarde-Festival München (2003/09/11). Daneben schrieb er Filmmusik-Kompositionen für diverse nationale und internationale Filmproduktionen. Markus Lehmann-Horn erhielt diverse Preise und Auszeichnungen, z.B. Franz-Grothe-Preis 2009, „Gerhard Schedl Musiktheaterpreis“ der Neuen Oper Wien 2009, sowie den vierten Platz beim „Berliner Opernpreis 2010“. Mehrfache Nominierung für die beste Filmmusik beim „Jerry Goldsmith-Award“ 2008/09/10 in Ubeda, Spanien.
Das Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro wird von der Hindemith-Stiftung (Blonay/Schweiz) und den drei Hamburger Stiftungen Rudolf und Erika Koch-Stiftung, Walther und Käthe Busche-Stiftung und Gerhard Trede-Stiftung getragen.
Die Chorakademie, für die sich knapp 400 Sängerinnen und Sänger beworben haben, findet vom 9. Juli bis 7. August in Lübeck statt. In der ersten Probenphase widmet sich Paul McCreesh Haydns „Die Jahreszeiten“ (siehe Orchesterakademie). Anschließend studiert Daniel Reuss ein A-cappella-Programm mit Werken von Mendelssohn und Brahms für die mittlerweile zur Tradition gewordene Chornacht im Lübecker Dom ein. Stephen Connolly erarbeitet ein spannendes Programm mit christlichen, jüdischen und muslimischen Psalmenvertonungen – ein Beitrag zum Länderschwerpunkt Türkei. Den gewichtigen Schlusspunkt unter die Chorakademie 2011 setzt Rolf Beck, künstlerischer Leiter und Gründervater, mit Orffs „Carmina Burana“ in der Fassung für zwei Klaviere und Schlagzeug von Wilhelm Killmayer. Es spielen das Ferhan und Ferzan Önder Piano Duo sowie Schlagzeuger Martin Grubinger – die Musiker werden außerdem ein Auftragswerk des SHMF aus der Taufe heben: Fazıl Says „Variationen für zwei Klaviere und Schlagzeug“.
Vom 16. Juli bis zum 3. August kommen junge Musiker aus aller Welt in die Lübecker Musikhochschule, um in sieben Meisterkursen und einem Workshop von den Großen ihres Fachs zu lernen. Dem Sängernachwuchs widmen sich Anna Tomowa-Sintow, Gerd Uecker und Margreet Honig. Junge Violinisten lernen von Saschko Gawriloff. Aufstrebende Pianisten bekommen von Janina Fialkowska Spieltipps. Die weltberühmte Sabine Meyer unterrichtet den Klarinettennachwuchs, und die King’s Singers feilen mit Vokalensembles an ihrem Repertoire. Erstmalig in der Geschichte des SHMF wird es einen Workshop für junge DJs geben. Passend zum Länderschwerpunkt gibt der (weibliche) türkische DJ İpek Jugendlichen im Alter von 16 bis 26 Jahren Einblick in seine Arbeit.
Die schönsten Güter Schleswig-Holsteins – in diesem Jahr Emkendorf, Stocksee, Wotersen, Pronstorf und die Baumschule Lorenz von Ehren in Hamburg-Marmstorf – sollen Ziel der wochenendlichen Musikausflügler sein. Die „Musikfeste auf dem Lande“ bieten die Gelegenheit, klassische Musik in ungezwungener Atmosphäre bei einem Picknick zu genießen. „Merhaba Türkiye“ geht es auch hier zu, das Programm ist locker gestrickt und lädt zum Träumen unter blauem Himmel ein. Bei zwei Kindermusikfesten müssen Kinder nicht stillsitzen, sondern werden zum aktiven Mitmachen aufgefordert.
Die Orchesterakademie des SHMF findet vom 18. Juni bis zum 20. August erstmals in Rendsburg statt. Das Nordkolleg Rendsburg, wo die rund 120 Musiker aus der ganzen Welt wohnen und verköstigt werden, ist durch seine Campus-Atmosphäre ein idyllischer Rückzugsort. Damit das Festivalorchester auch die adäquate Bühne für die öffentlichen Proben findet, hat sich Hans-Julius Ahlmann, geschäftsführender Gesellschafter der ACO Gruppe, dazu entschlossen, die 120 Jahre alte ACO Thormannhalle auf dem Gelände des „Kunstwerk Carlshütte“ zu einem Proben- und Konzertraum umzugestalten. Junge Musik und Neue Kunst gehen hierbei eine spannende Wechselbeziehung ein, beherbergt doch das „Kunstwerk Carlshütte“ die renommierte NordArt. Noch bevor der erste Startschuss für das diesjährige SHMF fällt, kommt das Festivalorchester bereits am 18. Juni zum ersten Mal in Rendsburg zusammen, um das Programm für eine Tournee ins Partnerland Türkei sowie nach Granada gemeinsam mit der Chorakademie, Christoph Eschenbach und Rolf Beck einzustudieren: Haydns „Schöpfung“ und Mahlers Sinfonie Nr. 2 stehen auf dem Programm. Die erste Probenphase übernimmt dann Paul McCreesh mit Haydns „Die Jahreszeiten“ – ein Gemeinschaftsprojekt mit der Chorakademie. Danach erarbeitet Christoph Eschenbach Werke von Saygun, Liszt und Berlioz. Der Komponist Peter Ruzicka widmet sich dann einem eigens für das SHMF geschriebenen Oboenkonzert (Solist: Albrecht Mayer). Der Mozart-Kenner Leopold Hager wird Mozarts Opernfragment „Zaide“ halbszenisch auf die Bühne bringen. Lawrence Foster probt ein reines Richard-Strauss-Programm und John Axelrod wird schließlich den großen Schlagzeug-Marathon mit Martin Grubinger leiten – ein Projekt, mit dem das Festivalorchester erstmals bei den Salzburger Festspielen gastiert.
JazzBaltica für den Live Entertainment Award nominiert
JazzBaltica ist in der Kategorie „Festival des Jahres“ für den PRG Live Entertainment Award (PRG LEA) nominiert. Dies gab die Jury des PRG LEA Committee e.V. am 10. März 2011 bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main bekannt. Der Live Entertainment Award wird am 5. April in der Festhalle der Messe Frankfurt am Main zum sechsten Mal verliehen. Mit dem Preis werden herausragende Leistungen von Veranstaltern, Künstlermanagern, Konzertagenten und Spielstättenbetreibern gewürdigt.
Prof. Rolf Beck, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals, zu dem auch JazzBaltica gehört, zeigte sich hoch erfreut: „Ich bin sehr glücklich über diese Nominierung. Sie macht uns gerade in diesen schwierigen Zeiten Mut und bestärkt uns darin, unseren Weg weiterzugehen. Bis Anfang des Jahres haben wir hart darum gekämpft, die Zukunft von JazzBaltica für 2011 zu sichern, weil der Etat durch die komplette Streichung des Landeszuschusses um ein Drittel geschrumpft ist und Schloss Salzau auf der Verkaufsliste des Landes Schleswig-Holstein steht. JazzBaltica lebt, das können wir auch heute wieder sagen!“
Rainer Haarmann, Gründervater und Künstlerischer Leiter von JazzBaltica: „Eine solche Auszeichnung, die die Nominierung bereits ist, empfinde ich als ermutigende Bestätigung für 20 Jahre engagierte Festivalarbeit. Ich bin froh darüber, dass dies in einer derartigen Dimension gewürdigt wird. Denn für mich bedeutete JazzBaltica stets die Herausforderung, den internationalen Musikern und Besuchern eine Heimstätte zu geben.“
Unter dem Motto „piano, piano – remembering Esbjörn“ steht Schloss Salzau vom 1. bis zum 3. Juli wieder im Zentrum der internationalen Jazzszene. Damit ehrt JazzBaltica einen der ganz Großen der Jazzgeschichte: Esbjörn Svensson, dessen Trio E.S.T. Geschichte geschrieben hat und von Salzau aus zu einer einmaligen Karriere startete. Alles nahm 1996 bei JazzBaltica den Anfang, vor drei Jahren kam Esbjörn Svensson bei einem tragischen Unfall ums Leben. 2011 würde E.S.T. 20 Jahre existieren. In Salzau werden viele Weggefährten und Freunde sowie Künstler, deren heutige Karriere ohne das Vorbild Esbjörn nicht denkbar wäre, zu seinen Ehren antreten.
Das Programm von JazzBaltica 2011 wird am 27. April veröffentlicht. Weitere Informationen unter www.jazzbaltica.de.
Tickets für alle Veranstaltungen von JazzBaltica sind ab dem 4. Mai 2011 über die Ticket Hotline: 0431 – 23 70 70 erhältlich.
Weitere Infos zum PRG LEA 2011 unter www.lea2011.de.
Den fast 70 Konzertsponsoren und den mehr als 50 Mitgliedern der Unternehmerinitiative Wirtschaft und Musik dankt das SHMF für ihre erheblichen finanziellen Beiträge. Das Engagement der Sponsoren ermöglicht erneut außergewöhnliche Vorhaben. Die AUDI AG finanziert die erstmalige Eröffnung eines Länderschwerpunktes auch in Hamburg mit dem Konzert von Kolektif İstanbul und DJ İpek auf dem Spielbudenplatz. In Kooperation mit dem Flughafen Hamburg feiert das SHMF dessen 100. Geburtstag mit einer „Airport Funk and Soul Night“ auf dem Vorfeld. In einem festlichen Konzert wird das Jubiläum „150 Jahre Freundschaft Deutschland – Japan“ begangen, unterstützt durch Casio Europe GmbH und JT International Germany GmbH.
Das NDR Fernsehen präsentiert im „Schleswig-Holstein Magazin“ während der sieben Festivalwochen täglich einen Festival-Tipp. Zusätzlich wird drei Mal pro Woche über die Highlights und zentralen Ereignisse des Musiksommers berichtet. Einmal wöchentlich widmet sich die Sendung „Schleswig-Holstein 18:00“ ausschließlich dem SHMF. Zudem gibt es regelmäßige Berichterstattung zum SHMF in den Radioprogrammen NDR Kultur (auch Live-Übertragungen und Aufzeichnungen von Konzerten) und NDR Info sowie auf NDR 1 Welle Nord, hier auch montags bis freitags mit den Festival-Notizen zwischen 20 und 22 Uhr. In diesem Jahr werden 12 Konzerte durch die NDR-Klangkörper gestaltet, sie dokumentieren die enge Zusammenarbeit zwischen dem SHMF und seinem Medienpartner NDR.
Unter dem Motto „Polen im Puls“ richtet das 25. Schleswig-Holstein Musik Festival in seinem Jubiläumsjahr den Blick auf sein östliches Nachbarland und stellt Polens Musikszene am Puls der Zeit vor: von Alter Musik bis zur Avantgarde, von Chormusik bis Chopin, von Kammermusik bis Klezmer, von großer Sinfonik bis zum Jazz.
In seinem zwölften Jahr präsentiert Intendant Prof. Rolf Beck mit seinem Team insgesamt 136 Konzerte, darunter fünf „Musikfeste auf dem Lande“ und zwei Kindermusikfeste in 49 Spielstätten in Schleswig-Holstein, Hamburg sowie Teilen von Dänemark und Niedersachsen. Insgesamt finden in diesem Sommer an 74 Orten Konzerte statt. In der Reihe „Spielraum Hamburg“ werden dabei in 13 Spielstätten 18 Konzerte und ein Musikfest veranstaltet.
Es stehen rund 148.000 Eintrittskarten zur Verfügung. Der vom Stiftungsrat genehmigte Haushalt beläuft sich auf 8,25 Millionen Euro. Der Landeszuschuss beträgt in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro. Langfristige Verträge mit den Hauptsponsoren, Konzert- und Sachsponsoren sowie Spenden und Zuschüsse sichern die Finanzierung des Festivals auch in wirtschaftlich stürmischen Zeiten ab.
Höhepunkte des Länderschwerpunkts Polen sind die Konzerte des National Polish Radio Symphony Orchestra Katowice unter der Leitung von Tadeusz Strugała, der Sinfonia Varsovia unter dem Dirigat von Krzysztof Urbánski und das vom Komponisten Krzysztof Penderecki selbst dirigierte „Polnische Requiem“. Ein Juwel wird sicherlich die konzertante Aufführung von Polens Nationaloper „Halka“ sein. Solistische Highlights sind u.a. die Auftritte der polnischen Pianistengarde Rafał Blechacz, Piotr Anderszewski und Hubert Rutkowski. Internationale Stars wie Sir John Eliot Gardiner, Elīna Garanča, Valery Gergiev, Hilary Hahn, Paavo Järvi, Nigel Kennedy und Tzimon Barto bringen den Glanz und Glamour der großen Bühnen nach Schleswig-Holstein.
Abseits der Klassik lockt das SHMF mit impulsiven Crossover-Projekten aus Polen. Bekannte Namen sind hier Karolina Glazer, Kroke, Anna Maria Jopek und die Warsaw Village Band. Vokalkünstler Bobby McFerrin und Jazzpianist Makoto Ozone werden sich jazzig mit Chopin beschäftigen. Multipercussionist Martin Grubinger gastiert mit neuen Projekten und engagiert sich wie in den vergangenen Jahren auch mit einem Trommelworkshop für Kinder und Jugendliche.
Mit einem großen Fest am 15. August bedankt sich das SHMF anlässlich seines 25. Jubiläums bei seinem Publikum. Unter den Gratulanten sind die Geigerin Midori, der Trompeter Sergei Nakariakov, der Vokalakrobat Bobby McFerrin, der Multi-Perkussionist Martin Grubinger und der Bariton Matthias Goerne. Es singen und spielen die Chor- und Orchesterakademie des SHMF, dirigiert von Christoph Eschenbach.